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Saaldorf-Surheim – Von außen fällt es gar nicht so auf, aber im Inneren des Neuwirts im Surheim summt und brummt es wie in einem Bienenstock. Manja Wolf-Voit und Christian Strasser arbeiten an der Neueröffnung und die hat es in sich.
Der Neuwirt in Surheim gehört seit 143 Jahren zu der Gemeinde. In dem Traditionsgasthaus wurden schon viele Feste gefeiert – bayerisch traditionell. Das könnte in Zukunft ein bisschen anders aussehen. „Eine Traditionswirtschaft in die Neuzeit zu transferieren ist gar nicht so einfach“, lacht Manja Wolf-Voit. Die 39-Jährige war bis vor kurzem noch am Schellenberg in Bergen tätigt. Dort betrieb sie den ersten vegetarischen Biergarten Bayerns.
„Um den Schellenberg tut es mir schon leid“, zeigt sich die sympathische Rothaarige ein bisschen wehmütig. „Für mich war es Zeit für was Neues, aber mein Konzept hätte ich gerne weitergegeben.“ Daran hatte der Besitzer allerdings kein Interesse. Umso mehr Christian Strasser, der den Neuwirt von seinen Eltern übernommen hat. Er ist überzeugt davon, dass ein hauptsächlich vegetarisch/veganes Lokal auch in Surheim Anklang findet.
Eine Traditionswirtschaft trifft auf die Neuzeit

Einmal in der Woche gibt es Fleisch„, betont Manja Wolf-Voit. „Der traditionelle Sonntagsbraten darf nicht fehlen.“ Genau das ist die Idee von Manja und Christian. Zurück zu den Wurzeln. „Früher gab es auch nicht jeden Tag Fleisch, im Gegenteil. Mein Opa hat sich gefreut, als ich zuhause mit vegetarischer Küche angefangen habe. ‚Das erinnert mich an meine Kindheit‘, hat er immer gesagt.“
Traditionelle vegetarische Hausmannskost im Neuwirt
Denn auch wenn es viele nicht glauben, die bayerische Küche ist gar nicht so fleischlastig. Vor allem Mehlspeisen an Freitagen oder diverse Suppen gehörten früher zum täglichen Speiseplan. Das soll auch beim Neuwirt so sein. „Wir kochen hauptsächlich vegetarisch/vegan. Eine Mischung aus Hausmannskost und orientalischer Küche.“ Vor allem das Orientalische ist Manjas Steckenpferd.
Das serviert sie auch in ihrem Food-Truck mit dem sie auch weiterhin unterwegs sein wird. „Ich seh mich mehr in meinem Food-Truck und beim Catering, aber werde auch viel in Surheim sein. Vor allem Donnerstag ist mein Abend, da gibt es nur veganes Essen.“ Wie eben in ihrem Truck, wenn sie bei Hochzeiten, Schulveranstaltungen, Messen oder Märkten ihre Köstlichkeiten anbietet.

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Dass sich im Inneren einiges tut, lässt der Neuwirt in Surheim von außen nicht erahnen.
© privat
„Ein veganer Wagen ist sehr gefragt, das wird von vielen Veranstaltern mittlerweile gewünscht.“ Deshalb ist die 39-Jährige auch davon überzeugt, dass der Neuwirt in Surheim ein Erfolg wird. „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt!“ In Zeiten von Fridays for Future achten vor allem junge Leute auch vermehrt auf ihr Essen. Aber auch die ältere Generation wollen Manja und Christian erreichen. „Vorbeischauen werden sie alle mal. Dann müssen wir es schaffen, dass sie wiederkommen.“
Neuwirt eröffnet am 1. November
Ein Jahr rechnen die beiden, dass es auf alle Fälle dauern wird, bis sich der Neuwirt mit dem neuen Konzept etabliert. Das sei auch am Schellenberg so gewesen, erinnert sich Manja. Dann werden aber auch viele vegane Kunden von weiterher kommen, um das besondere Angebot zu nutzen, sind sie überzeugt.
Zum Beginn am 1. November erwarten Manja Wolf-Voit und Christian Strasser zusammen mit ihrem kleinen Team die ersten Gäste. Bis zu 100 Personen finden im Neuwirt Platz. Im Sommer wird dann der Biergarten dazukommen. Bis es aber soweit ist, heißt es in Surheim noch Stühle rücken und Tische dekorieren, damit es endlich losgehen kann.
cz

Christine Stanggassinger